Basierend auf der finanziellen Förderung durch die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales haben wir im südost Zentrum eine interkulturelle Begegnungsstätte aufgebaut, die ein umfangreiches Angebot bereit hält, das der Bildung, Betreuung und Beratung (juristische, soziale, therapeutische) dient. Vielfältige von uns entwickelte Projekte orientieren sich an den Bedürfnissen von Menschen, die häufig unter dramatischen Umständen nach Berlin gelangt sind. Im Zentrum unserer Arbeit steht die Integration von Einwanderern, insbesondere aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, sowie die Linderung der Kriegsfolgen und Traumata bei Flüchtlingen aus dieser Region. Zu unseren zahlreichen Veranstaltungen begrüßen wir alle Berlinerinnen und Berliner – unabhängig von ihrer Herkunft.
„Alles, was die Kultur fördert, arbeitet auch gegen den Krieg“ (Sigmund Freud an Albert Einstein), nach diesem Motto richtet das südost Zentrum ein umfangreiches Kulturprogramm aus. Kulturaustausch zwischen Deutschland und Staaten Südosteuropas ist dabei ein ebenso großes Anliegen wie das Stärken von Kultur bei den Menschen, die das Zentrum täglich besuchen, und die sonst kaum in Kontakt mit Kunst kommen. In den Veranstaltungsräumen, in denen tagsüber unterrichtet wird, finden regelmäßig Kunstausstellungen, Lesungen, Podiumsdiskussionen, Konzerte, Feste und andere Veranstaltungen statt.
Seit 1992 wirkt das südost Zentrum als ein Treffpunkt aller kulturellen Kräfte, die im europäischen Kontext gemeinsam über nationalistische Propaganda aufklären und ihr wirksam entgegen treten. Die Förderung und Entwicklung von Toleranz und Verständigung zwischen den unterschiedlichen nationalen und religiösen Gruppen ist für den Frieden von größter Bedeutung. Der in den 90–ern eskalierende Krieg im ehemaligen Jugoslawien verdeutlichte dies schmerzlich.
Während des Krieges im ehemaligen Jugoslawien und in den ersten Jahren danach bestand das vorrangige Ziel der Arbeit im südost Zentrum darin, Kriegsflüchtlingen aus Kroatien, Bosnien und Herzegowina und aus dem Kosovo verschiedenartige Möglichkeiten zu bieten, im Austausch mit Anderen für sich und ihre Familien eine neue und lebenswerte Perspektive zu entwickeln. Das war in Berlin recht schwierig. Einerseits hatten ihre Kriegserfahrungen häufig zu schweres psychisches Leiden geführt, anderseits mussten sie von der Sozialhilfe leben, sie mussten in beengten Wohnheimen leben und sie durften weder arbeiten noch einen Beruf erlernen. Sie wurden aufgefordert, in ihre Heimat zurückkehren, obwohl die Situation dieses größtenteils noch nicht erlaubte. Auch Kritik der Deutschen Flüchtlingspolitik war notwendig. Die Zusammenarbeit mit vielen anderen Organisationen und Einrichtungen begann und eine große Öffentlichkeit wurde hergestellt. Fach– und Mittelschulen wurden eingerichtet, die Arbeit mit Traumatisierten wurde aufgebaut – beides mit viel Engagement und fast ohne Mittel.
Geschäftsführung: Bosiljka Schedlich, (0)30/253 77 99 –19
Buchhaltung: Mevlija Mosorović, (0)30/253 77 99 –16
Für die Arbeit im südost Zentrum wurde südost Europa Kultur e.V. mit der Louise–Schröder–Medaille für Demokratie, Frieden, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung von Frauen und Männern ausgezeichnet.