Auf dem Gelände des Gleisdreiecks in Kreuzberg wachsen seit Jahrzehnten viele Pflanzen wild, ohne Eingriffe durch den Menschen. Auf einer Fläche wachsen jedoch Pflanzen, die BerlinerInnen und NeuberlinerInnen dort gesät und gepflanzt haben. Diese Menschen kommen zu einem großen Teil aus den Kriegsregionen des Balkans. Sie leiden häufig an physischen und psychischen Schmerzen, an Schlafstörungen und Angstzuständen. Sie bringen jedoch auch viele Fähigkeiten mit, die sie in dem neuen Garten umsetzen können und mit denen sie in Kontakt und Dialog mit anderen Menschen und Initiativen treten.
Gefördet durch:

Ein Portrait des Gartens Rosenduft![]()
in der Berliner Kinder– und Familienzeitung „KIEK MAL“, Ausgabe Juli/August 2009.
Am Samstag den 13. Juni 2009 fand im Garten „Rosenduft” ein Fest für alle MitarbeiterInnen, Freunden und Förderer von Verein und Stiftung statt. Die MitarbeiterInnen des Gartens haben diverse Getränke, Kaffee und Kuchen sowie verschiedene andere Gerichte und Spezialitäten vom Grill vorbereitet. Bei diesem Fest könnten wir viele Gäste aus Politik und Öffentlichkeit begrüßen: Der Bezirksbürgermeister Dr. Franz Schulz, Frau Krokowsky von der GRÜN BERLIN GmbH, Frau Beyer von der Bezirksverwaltung Friedrichshain–Kreuzberg, die Mitarbeiterin des Integrationsbeauftragten des Senats Frau Pohl, viele FreundInnen, FörderInnen, MitarbeiterInnen, KünstlerInnen und andere, insgesamt mehr als 300 Gäste.
Anlässlich seines Berlin–Besuchs am 29. April 2009 (Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2008 für sein ökologisches Engagement) besuchte der Englische Thronfolger im Katzbachstadion in Kreuzberg auch den Stand der Interkulturellen Gärten von Berlin. Die Gärten wurden repräsentiert durch den Perivoli–Garten in Neukölln, den Wuhlegarten in Köpenik, Gudrun Walesch von der Stiftung Interkultur und dem Interkulturellen Garten "Rosenduft" in Kreuzberg (auf dem Gelände des Gleisdreiecks). Der Prinz erkundigte sich bei der Leiterin Begzada Alatović über die unterschiedlichen Aktivitäten wie das Herbarium, den Okra–Anbau und die Kräuterspiralen in dem Garten. Besonderes Interesse hatte er jedoch an den internationalen Kinderprojekten, die im Rahmen des Gartens durchgeführt werden.
südost Europa Kultur e.V. hat sich der AG Gleisdreieck und der Initiative Interkulturelle Gärten Gleisdreieck angeschlossen, um selbst einen Garten zu verwirklichen und an der Entwicklung eines neuen Bürgerparks mitzuwirken. Neben Rosen zur Gewinnung von Šerbe/Rosenblättersaft werden auch Obst, Gemüse und Kräuter angebaut.
Im Zuge der neuen Parkplanungen wurde zu Beginn des Jahres 2008 der Interkultuerelle Garten „Rosenduft“ an eine andere Stelle verlegt. Er befindet sich jetzt an den Yorkbrücken, der Eingang ist Möckernstr.44
Weitere Kooperationspartner sind: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg , Ökowerk, Stiftung Interkultur, Grün Berlin Garten GmbH und Stiftung ÜberbrÜcken.
Rosenblättersaft
bosn.: Šerbe [ Scherbe ]
... ist an heißen Tagen ein Genuss.
Er wird aus den Blütenblättern einer bestimmten Rose gewonnen und schmeckt, duftet und erfrischt. Diese Rosenpflanze wird aus der alten Heimat Bosnien nach Berlin mitgebracht.
Umgraben:
Der Boden eines Gartens wird umgegraben; er wird für die Aussaat vorbereitet.
Auch Menschen werden durch Krieg, Flucht und den Verlust der Heimat häufig „umgegraben“. Sie versuchen, in einem anderen Land neue Wurzeln zu schlagen.
Säen:
Mit dem Säen und dem Setzen von Pflanzen werden in Gärten auch Kontakte und Freundschaften gesät.
Wachsen und Pflegen:
Gemüse und Kräuter sprießen. Die Pflanzenpflege entlastet von den Alltagssorgen. Sie wirkt heilend und setzt neue Identitäten frei. Beim Umgang mit Erde und Pflanzen können wir eine gemeinsame Sprache finden.
Es wachsen Freundschaften und neue Fähigkeiten. Die Zusammenarbeit der Familien aus vielen Kulturräumen lässt unsere Persönlichkeit wachsen. Kinder und Jugendliche wachsen in dem Garten auf. Sie helfen beim Gießen und legen ihre eigenen Beete an.
Ernten und Teilen:
„…Die Ernte wird mit Freunden und Nachbarn geteilt. Ernten und teilen gehören zusammen. Großzügigkeit, Toleranz und Respekt bestimmen das Zusammensein. Das Projekt sucht Antworten auf die Sehnsucht der Menschen nach Natur, Kultur und Sozialer Nähe.”
Programmatik der Internationalen Gärten, aus „Wurzeln schlagen in der Fremde”
von Christa Müller
Treffpunkt:
Mo., Do. und Fr.: nachmittags
Eingang Möckernstraße 43–44
Kontakt:
Begzada Alatović, Tel. (030) 253 77 99 –11 / 0176 38 48 57 47
Michael Kraft, Tel. (030) 253 77 99 –15
Ljubina Krnjajić–Dießner, Tel. (030) 253 77 99 –11